Freitag, 30. September 2016

Rezension - Das Mädchen in Rot (Bilderbuch)

Autor: Aaron Frisch
Illustrationen: Roberto Innocenti
Erschienen: Juli 2013
Kaufen:Amazon
Inhalt: Gute Geschichten sind magisch. Sie können sich verändern wie die Wolken am Himmel. Sophia will zu ihrer Großmutter. Es geht ihr nicht besonders gut, bestimmt würde sie sich über Besuch freuen. Das Mädchen packt Kekse, Honig und Orangen in ihren Rucksack, knöpft den roten Kapuzenmantel zu, den Großmutter ihr genäht hat, und geht los. Aber der Weg ist weit und überall lauern Gefahren. Ein Unwetter braut sich zusammen; im Großstadtdschungel treiben Schakale und Wölfe ihr Unwesen und laute, grelle Konsumtempel locken mit ihren Versuchungen. In eindrücklichen Bildern interpretiert der große Künstler Roberto Innocenti die jahrhundertealte Geschichte von Rotkäppchen für unsere Zeit.
Meinung
Interessanterweise musste ich das Buch für eine Vorlesung auf der Uni lesen. Jedes Semester bietet eine der Professorinnen eine Vorlesung zum Thema Kinder- und Jugendliteratur an, die ich immer wieder gerne besuche. Sie wählt immer sehr interessante Themen und Bücher aus und widmet eine Einheit immer Harry Potter. Klingt mehr als perfekt ;)

Das Mädchen in Rot ist ein Buch von dem ich davor noch nie gehört habe und ich muss gestehen, dass ich es wahrscheinlich auch nicht gekauft hätte wenn ich es nicht lesen musste.
Es war aber eine wirklich gelungene Neuinszenierung des altbekannten Märchens "Rotkäppchen", sondern auch ein sehr schönes Bilderbuch, welches die altbekannte Geschichte des Mädchens, das seine kränkliche Großmutter besucht in die Neuzeit versetzt hat.
Anstelle eines Waldes muss sich das Rotkäppchen in einer Großstadt zurecht finden, und statt eines Wolfes haben wir es hier mit einem erwachsenen Mann zu tun.
Das Bild baut sehr stark auf Metaphern und Anspielungen auf.
In der Großstadt z.B. ist die Protagonistin, Sophia, nicht von Wäldern und Gebüsch umgeben, sondern von riesigen Hochhäusern und Menschenmaßen soweit das Auge reicht. Auch als Leser kommt man erst einmal ins Staunen wenn man sieht wie viele Dinge der Illustrator hier eingebaut hat um das Chaos einer Großstadt zu verdeutlichen.
Es wird dann zu Schaufenstern "hineingezoomt" in denen man von A-Z alle möglichen Dinge finden kann. Neben einer unschuldigen kleinen Figur des Pinocchio und einem Fußball findet man im gleichen Schaufenster auch Waffe, Raketen und blutige Messer. Die gesamte Innenstadt ist hier sehr futuristisch aufgebaut und man weiß gar nicht was man zuerst anschauen soll.
Die Geschichte selbst baut auf den Ereignissen des Märchens auf und wurde hier lediglich modernisiert. Sophia macht sich auf den Weg um ihrer kränklichen Großmutter Lebensmittel vorbeizubringen und begegnet hierbei dem "Wolf" welcher sie ein Stück auf seinem Motorrad mitnimmt. Eine grausame Szene was passiert als Sophia (nach dem Wolf) beim Haus der Großmutter ankommt bleibt dem Leser hier erspart.
Die Illustrationen sind wirklich sehr schön gemacht und passen sehr gut zur Geschichte. Anstelle eines "modernen" Zeichenstils wurden die Illustrationen ziemlich klassisch gehalten, in Verbindung zu ebenfalls modernen Anspielungen.

Fazit
Mir hat das Bilderbuch eigentlich wirklich sehr gut gefallen, trotzdem werden einige Punkte abgezogen.
Zum einen finde ich das Format des Buches grauenhaft, es gibt keine Chance für mich das Buch in meinem Bücherregal unterzubringen, da es riesig ist. Außerdem hätte ich persönlich es besser gefunden, wenn das Buch ein wenig länger gehalten wäre! So wird auf ca. 15 Seiten mit ein wenig Text alles geschrieben, mir ist zwar klar, dass es sich hierbei in erster Linie um ein Bilderbuch handelt, aber ich denke, dass sich der Autor einen leichten Weg ausgesucht hat. Alles wurde innerhalb von 1-2 Sätzen erklärt und vieles wurde ausgelassen. Ein paar mehr Sätze hätten dem Buch nicht geschadet.