Freitag, 29. April 2016

Rezension - Nevermore

Autor: Kelly Creagh 
Titel: Nevermore
OT: Nevermore 
Erschienen: 1. März 2012
Kaufen: Amazon 
Inhalt: Als Isobel bei einem Schulprojekt dem Außenseiter Varen zugewiesen wird, weiß sie noch nicht, dass das ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Überraschenderweise versteht sie sich nicht nur gut mit ihm, sie scheint sich sogar in ihn zu verlieben. Doch je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto mehr wird sie in den Bann der geheimnisvollen Traumwelt gezogen, die Varen sich geschaffen hat. Und diese Welt birgt viele Gefahren: Bedrohliche Kreaturen dringen in die Wirklichkeit und sind nun auch hinter Isobel her. Allmählich begreift sie, dass Varen immer tiefer in die Welt seiner (Alb-)Träume zu gleiten droht. Und nur sie kann ihn retten!

Meinung
Das Buch wurde mir von unterschiedlichen Plattformen immer wieder vorgeschlagen, aber ich fand das (englische) Cover einfach zu kitschig, daher habe ich es nie gekauft! Beim herumstöbern auf Medimops habe ich es dann nochmal gesehen und für ein paar wenige Euro gekauft mit dem Gedanken gekauft, dass ich wenigstens nicht allzu viel Geld verschwende sollte das Buch ein totaler Flopp sein.
Im Endeffekt war ich angenehm überrascht darüber, dass mir das Buch dann so gut gefallen hat und ich konnte die vielen positiven Rezensionen endlich nachvollziehen. 

Inhalt 
Auch wenn das Buch wie fast jeder andere Teenie Roman anfängt hat es dennoch einige unerwartete Wege eingeschlagen. Obwohl die Autorin 2 stereotypische Charaktere gewählt hat, die nicht unterschiedlicher sein könnten, hat sie ihnen Persönlichkeiten gegeben, die man nicht erwarten würde.
Wer hätte gedacht, dass ein Goth und eine Cheerleaderin sich so gut verstehen würden? 
Die Autorin hat viel mit den Stereotypen die wir aus Teeniefilmen kennen gespielt, sie oftmals verwendet jedoch im Endeffekt aus den 2 Protagonisten Charaktere erschaffen, die man leiden kann und den Leser überraschen. 

Einen Minuspunkt gibt es jedoch dafür, dass sich die Geschichte unglaublich in die Länge zieht, ohne dass etwas Relevantes geschieht. Erst am Schluss häufen sich die Ereignisse und es wird endlich Licht ins Dunkle gebracht. Hier hätte die Autorin, meiner Meinung nach, einen komplett anderen Weg einschlagen sollen. Der Protagonistin geschehen übernatürliche Dinge, sie erfährt an wen sie sich wenden soll, tut dies jedoch nicht. Erst am Ende begreift die Protagonistin endlich, dass sie ihren Hintern bewegen sollte um eine Katastrophe abzuwenden! Wenn sie das schon nach dem ersten Erlebnis gemacht hätte könnte man die Geschichte locker um 100 Seiten kürzen. Versteht mich nicht falsch, ich hab nichts gegen lange Bücher, ich mag sie sogar, aber Bücher der Größe brauchen etwas, das ihre Länge rechtfertigt, dieses Buch tut dies leider nicht. 

In den letzten 100 Seiten passiert dann alles auf einmal und ich habe mich ehrlich gesagt absolut nicht mehr ausgekannt und hatte keine Ahnung was gerade abgeht. Alles geschieht plötzlich, ohne Vorwarnung und auch ohne irgendeine Art von Erklärung. Nachdem das Buch ziemlich stark angefangen hat war ich mehr als enttäuscht vom Ende, es hat sehr hektisch und ziemlich planlos gewirkt. Schade... 
Trotz der mehr als 500 Seiten habe ich das Buch innerhalb von ein paar Stunden fertig gelesen, und das nicht mal mitten in der Nacht, also lasst euch nicht abschrecken von der Seitenanzahl.  

Ich habe zwar noch keines von Poes Werken gelesen und weiß auch sonst nicht wirklich viel über sein Leben, aber ich mochte die eingebauten Aspekte über ihn wirklich sehr gerne und hoffe, dass die Autorin nicht versucht hat seni Leben ein wenig auszuschmücken! Ich bin auch jeden Fall auf den Geschmack gekommen und werde bei Zeiten endlich mal Poe lese ;) 

Schreibstil
Gegen den Schreibstil gab es absolut nichts auszusetzen, die Autorin weiß wie sie Spannung aufbaut und den Schreibstil flüssig hält. Es war ehrlich gesagt genau das Gegenteil von dem was ich erwartet hätte nachdem ich das Cover gesehen und den Inhalt gelesen habe! 

Charaktere
Isobel, die Protagonistin fand ich anfangs noch ziemlich nervig, da sie sich zu viel von ihren "Freunden" gefallen hat lassen, es hatte den Anschein als würde sie, ohne dass es wirklich angesprochen wurde, versuchen alles dafür tun um ihren Rangplatz in der High School als das Cheeleader zu behalten. Wie gesagt, es wurde zwar nicht explizit angesprochen, aber ihrem Verhalten nach zu urteilen hatte es den Anschein. 
Als sie sich dann aber doch gegen ihre Freunde und deren "Streich" gestellt hat, mit dem Wissen, dass diese alles andere als erfreut darüber sein werden, fand ich sie dann sympathisch, obwohl ich einige ihrere folgenden Entscheidungen leider nicht nachvollziehen konnte. Trotzdem ist sie eine gut geschriebene Protagonistin, die nicht auf ihr Darsein als blondes Cheerleader reduziert wurde. 

Varen, der männliche Protagonist und das Gegenstück unserer Protagonistin war mir anfangs sehr unsympathisch. Das hat sich aber ebenfalls schnell geklärt als in den ersten paar Kapiteln klar wurde, dass er nicht unhöflich und mürrisch ist, sondern einfach gerne für sich alleine ist. Er ist nicht wie viele andere männliche Protagonisten, die glauben, dass sie besser sind als jeder andere und deswegen nur mit seinen auserwählten Freunden zusammen ist, was für mich auf jeden Fall eine Erleichterung ist. 

Cover
Wer das englische Cover (siehe oben) sieht kann wahrscheinlich verstehen wieso ich gezögert habe mir das Buch zu kaufen! Mal ehrlich seht es euch an, schaut das wie ein Buch aus, das ihr in eurem Bücherregal haben wollt? Eher nicht oder?
Das deutsche Cover ist zwar auch schrecklich, aber immerhin besser als das englische! Ist ja schon mal was... 

Fazit 
Obwohl es einige Punkte abzug , vor allem auf Grund des Endes, gibt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Autorin hat ein sehr gutes Buch mit einem sehr schlechten Cover veröffentlicht, das mich von Anfang an ziemlich überrascht hat. Das Ende war leider mehr als nur enttäuschend und hat mein Interesse an den nächsten beiden Teilen der Reihe leider gar nicht geweckt. Empfehlen würde ich das Buch trotzdem :D