Mittwoch, 16. Dezember 2015

Rezension - Ein ganzes halbes Jahr


Autor: Jojo Moyens 
Titel: Ein ganzes halbes Jahr 
OT: Me before you 

Kaufen: Amazon / Rowohlt


Inhalt: Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will.
Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.
Eine Frau und ein Mann.
Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen.
Die Liebesgeschichte von Lou und Will.

Cover:
Das Cover gefällt mir wirklich sehr gut, da es nicht aufdringlich ist und wirklich gut zur Geschichte passt.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist  sehr angenehm und flüssig und vor medizinischen Begriffen muss man sich auch nicht fürchten ;) Es kommen kaum welche vor und wenn doch, werden diese für einen Laien gut beschrieben. Auch die Gefühlslagen der verschiedenen Personen werden sehr gut dargestellt, es wird alles aus der Sicht von Lou erzählt, aber es gibt (3-4) eingeschobene Kapitel aus der Sicht der anderen vorkommenden Charaktere.
Meinung: 
Ich habe das Buch einige Male online gesehen, jeder hat es geliebt, alle haben geweint, klingt also nach einem Buch, das ich unter allen Umständen meiden sollte.
Ich warne euch vorweg gleich mal: Hierbei handelt es sich nicht um eine Liebesgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes, dafür ist die Geschichte selbst zu einzigartig.

Als ich  mit dem Roman anfing wurde mir schnell klar, dass dies eines der Bücher ist, dass mein Herz nicht nur rausreißen, sondern auch mit einem Lächeln darauf herumtrampeln würde. Ich habe selten so viel beim Lesen geweint wie am Ende dieses Romans! Dazu muss man anmerken, dass ich bevor ich anfange ein Buch zu lesen immer die letzte Seite lese, fragt nicht warum, ich kann es euch nicht sagen! Und ja, ich habe mich dadurch schon sehr oft selbst gespoilt! Ich wusste also was mich erwartet und trotzdem habe ich wasserfallartig geweint.
Die Geschichte fängt wirklich gut an, ich konnte die beiden Protagonisten von Anfang an gut leiden, sie haben eine gute Dynamik miteinander und reden nicht um den heißen Brei herum!
Es ist eine unvorstellbare und schwierige Situation in welcher sich die Beiden befinden, eine Situation in die ich nie geraten möchte. Ich wüsste nicht, was ich machen würde. Doch Moyens hat es geschafft, dass ich mich dennoch gut in die Personen hineinversetzen konnte.
Gut hat mir außerdem gefallen, dass das Thema der Sterbehilfe aufgegriffen und auf verschiedene Sichtweisen behandelt wurde, somit galt es nicht als 100% gut bzw. böse. Verschiedene Meinungen mit unterschiedlichen Beweggründen wurden von den Charakteren vertreten, im Endeffekt gab es kein Richtig und Falsch.
Die Geschichte war jedoch nicht nur ein einziges, von Tränen geprägtes, Trauerfest, denn Moyens hat es, mit viel Witz und Sarkamus geschafft, mich nicht nur zum Weinen, sondern auch zum Lachen zu bringen.

Personen:
Lou und Will, die Protagonisten und auch Nathan sind die einzigen Charaktere im Roman die ich wirklich leiden konnte, auch Lous Eltern waren nette Charaktere, haben mich persönlich jedoch nicht angesprochen. Es war bemerkbar, dass sich die Autorin wirklich Mühe gegeben hat die beiden Protagonisten tiefgründig und Komplex zu beschreiben, was dazu geführt hat, dass andere Charaktere etwas zu kurz geraten sind. Die Beweggründe der verschiedenen Personen können dennoch gut nachvollzogen werden.

Fazit: 
Ich bin wirklich froh darüber, dass Buch gelesen zu haben und kann den Hype absolut nachvollziehen! Es ist eine grandiose und gut geschriebene Geschichte über zwei Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten, dennoch durch einen Schicksalsschlag zusammen gefunden haben. Jeder der herzschmerz Geschichten liebt wird dieses Buch verschlingen und nachher Rotz und Wasser heulen! Es ist ein wirklich sehr gut geschriebener Roman, den man nicht auf die Seite legen kann (ich war bis 4 Uhr morgens wach). 

5 von 5 Sternen